Claudiha - Gayatri : OHRganismus











Dies ist die Abbildung des Innenohrs mit dem Gehörgang zum Aussenohr

"Ich bin stolz darauf, obwohl ich es nicht erfunden habe.", sage ich gerne. 

Für mich ist "das Ohr ist der Weg" mehr als ein Weg des Hörens und Horchens geworden.

In den Jahren des Studierens mit der "Hör-Kunst" nach Francois Louche (Lyon) konnte ich 

feinste Zusammenhänge zwischen dem Gleichgewicht, dem ständigen Ausbalancieren des

Körpers, und Klängen, die das Ohr vernimmt und die Stimme von sich gibt, erkennen.

Sind der Gleichgewichtsnerv und der Hörnerv zunächst eigenständig-einzeln, werden sie bald ein

einziger Nerv: der 8. Gehirnnerv, vestibulocochlearis.

Alfred Tomatis meinte, es sei noch längst nicht zur Gänze erforscht, wie Schallpakete über die

mitresonierenden Knochen im Stimmklang den Gleichgewichtssinn beeinflussen.

Seine Forschungsarbeit über "Klangwelt Mutterleib" ist die Basis der "Hör-Kunst" methode

Francois Louche, in der wir mit der eigenen Stimme und ihrem Obertonspektrum die Evolution

unseres Körpers nachvollziehen können. Das Balancesystem, der Vestibularapparat im Innenohr,

ist der erste Sinn des Zellverbandes (etwa am 10. Tag nach der Empfängnis), der ein Körper

werden möchte. Diese winzige Wesen muss "wissen", wo oben und unten, rechts und links,

vorne und hinten ist. Die Anlage des Gleichgewichtssinns beginnt vor dem Herzschlag (zwischen

dem 14. und 20. Tag nach der Empfängnis). Die Cochlea, die Hörschnecke entwickelt sich

parallel mit dem Gehirn ab dem 4./5. Monat. Erst da beginnt, was wir dann Hören nennen.

Vorher sind Klänge Bewegungen und Berührungen. Wenn wir die Obertöne auch als feinste

Beweglichkeiten erfassen lernen, sind Stimmübungen mit dem Obertonfrequenzspektrum eine

Möglichkeit, der eigenen Psychomotorik im Sprechen und Singen auf die Spur zu kommen. So

können wir manche verborgenen Geheimnisse unserer Körpersprache aufdecken, die u.U. mit

voremotionalen und vorpsychologischen Konditionierungen zu tun haben.  

Auf diese Zusammenhänge gehe ich in meiner Stimmpädagogik mit den Obertönen ein. Damit

ist der Weg der eigenen Stimme auch ein Weg, sein Körperinstrument mit seinen inneren

Impulsen und Rhythmen neu kennenzulernen. Diese Stimmarbeit vertieft und erweitert den 

klassischen und normalen Gesangs- und Sprechmodus in einen nicht nur sich ausdrückenden,

sondern gleichzeitig vernehmenden und fühlenden. 

Körpersprache - OHRganismus - Stimme als Klang- und Bewegungseinheit.