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| Rückblick:
Mit Dezember 2003 ging das Josphine-Beuys-Forum zu Ende. Es bestand 10 Jahre und hat einen wertvollen Beitrag im Erleben von Kunst und Künstlerinnen geleistet. Mein besonderer Dank geht an die Textil- und Objektekünstlerin Christina Ruhland, die von 1998 bis 2003 dieses Forum mit mir organisierte und gestaltete. Wir beide danken dem Kulturreferat München und der Seidlvilla für die kontinuierliche Unterstützung, die mit 2004 nicht mehr möglich ist. Wir senden einen herzlichen Gruß und Dank an alle Künstlerinnen, die sich uns anvertraut hatten, und an das interessierte Publikum, das uns so lange lebendig hielt. Wir wünschen uns und ihnen inneres und äußeres Weitergehen in noch unbekannte Räume der Gestaltung. (C.M.) |
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Das Josephine Beuys Forum, München"Regelmässig finden in der Seidlvilla in München-Schwabing die Josephine-Beuys-Montagstreffen statt: Jeden ersten Montag im Monat um 19.30 Uhr, ausser im August und September. An diesen Abenden stellt sich jeweils eine Künstlerin mit ihrer Arbeit vor. Unser Programm ist spartenübergreifend und umfasst daher Kunst aus den bildenden Bereichen, Installationen, Konzept-und Medienkunst und Performances. Musik und Literatur werden gegebenfalls miteinbezogen. Uns derzeitigen Organisatorinnen, Claudia Matussek (seit Januar 1998) mit Christina Ruhland (seit 1999), kommt es darauf an, kontinuierlich professionelle Qualität und Qualifikation von Künstlerinnen einem interessierten Publikum nahe zu bringen. Jede geladene Künstlerin hat freie Hand in der Gestaltung ihres Abends. Die Einmaligkeit eines solchen Vortrags, einer Performance, mit Dias, Videos, Musikbeispielen etc. und der Rahmen in einem der Räume der Seidlvilla sorgt für eine grosse Transparenz in der Begegnung der jeweiligen Künstlerin mit ihrem Publikum. Gespräch und Nähe zur Person und Arbeitsweise fördern und unterstützen wir. Ein so gestalteter Abend geht weit über den Rahmen einer „normalen“ Ausstellung hinaus. Über unseren Verteiler erreicht das Programm etwa 550 Adressaten in München und Umgebung und anderen europäischen Städten. Desweiteren liegt die von Christina Ruhland entworfene JBF-Karte in Museen und Galerien im Raum München aus. Seit Beginn des JBF-Forums 1993 fanden ca.70 Abende statt, mit Künstlerinnen der näheren und weiteren Umgebung (Berlin, Düsseldorf, Nürnberg..), bis von Österreich (Graz,Wien). Das JBF-Forum ging aus einer Studie über die Lebens-und Arbeitsbedingungen von Künstlerinnen hervor, die die Sozialstatistikerin Marta Reichenberger 1992 und 1993 in München durchführte. Sie wollte die Künstlerinnen motivieren, Da-zu-Sein, Da-zu-Bleiben und für ihren Raum einzustehen. Als die Studie „Schluss mit Warten auf Josephine Beuys“ 1993 vorgestellt wurde, war die Resonanz so gross, dass aus darauf folgenden Tagungen und Veranstaltungen die „Montagstreffen“ etabliert wurden. |
Die Organisation des JBF-Forums wurde bis Ende 1997 halbjährig weitergegeben. Die Organisatorinnen wechselten, die Resonanz war unterschiedlich, die Lust, sich um offizielle Unterstützung neben der eigenen künstlerischen Arbeit und Entwicklung vom Kuturreferat oder/und anderen Stellen zu bemühen, differierte. Der Platz im Alltag und die damit verbundene geistige Auseinandersetzung erfordert nachdrückliche Arbeit, damit das Erreichte erhalten bleibt. Mit Claudia Matussek bekam die Organisation eine kontinuierliche Struktur. Sie ging davon aus, dass Atmosphäre und Stetigkeit ein Feld bieten können, in dem die Kreativität und Verschiedenartigkeit der sich darstellenden Künstlerinnen Raum findet. Mit der kontaktfreudigen Unterstützung durch Christina Ruhland und deren sicherem Gespür für Sensiblität und Qualität in Kunst und Ausdruck, ist es gelungen, nun ohne Unterbrechung die Montagstreffen durchzuführen. Und wir können mit der regelmässigen, finanziellen Unterstützung durch das Kulturreferat der Stadt München rechnen. Wir nehmen das als Erfolg und wünschen uns, dass die Breitenwirkung unseres geschaffenen Feldes weiter zunimmt. Noch wird zuwenig beachtet, wie effektiv Künstlerinnen die vielgestaltigen Lebens- und Gesellschaftszonen durchleuchten und durchwirken. Und gedankliche Formen in be-greifbare übersetzen. Claudia Matussek und Christina Ruhland haben vor, auf ihre Weise das JBF-Forum bis zum 10-jährigen zu leiten. Danach werden andere Künstlerinnen diese Aufgabe übernehmen. Für das Jahr 2001 haben wir wiederum 10 aussage-starke Künstlerinnnen eingeladen. Am 5. November 2001 ist Annette Blocher aus Berlin und Nürnberg mit dem Thema: „Organisch statt technisch mein Dagegenleben zwischen Bayern und Berlin“ zu Besuch, mit Dias, Fühlbarem und Video. Am 3. Dezember wird Kristine Osswald aus München Arbeitsprozesse von Installationen vorstellen, in denen es um das Thema Zeit geht: „Formen in der Zeit von der Zeit geformt“: das Labyrinth, die Schildkröte, das Licht und der Berg. Claudia Matussek und Christina Ruhland laden Sie im Namen des JBF herzlich ein, sich neue, ungewohnte Sichtweisen auf künstlerisches Schaffen durch unser Programm zu Gemüte und Geist zu führen. Denn Sie wissen ja, das Neue ist (noch) unbekannt. Lernen Sie es kennen! Nehmen Sie Platz bei uns. Geistig und körperlich...“ Claudia Matussek, Christina Ruhland, JBF, 2001 |
